Presseinformation

Presseinformation Nr. 015 vom 16. Februar 2012

Heisenberg-Stipendium für Göttinger Neurophysiologen

DFG fördert Wissenschaftler am ENI-G mit Heisenberg-Stipendium. Schnellen Informationsaustausch von Nervenzellen im Gehirn erforschen.


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Heisenberg-Stipendiat Priv.-
Doz. Dr. med. Dipl. phys. Stefan
Hallermann. Foto: privat


(umg) Priv.-Doz. Dr. med. Dipl. phys. Stefan Hallermann, Wissenschaftler am European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G) erhält für 36 Monate ein Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der Neurophysiologe beschäftigt sich mit den Mechanismen im Gehirn, die den schnellen und genauen Informationsaustausch zwischen Nervenzellen sichern. Hallermann will mit seiner Forschungsarbeit neuartige, therapeutische Ansätze aufzeigen, die bei der Behandlung von neurologischen Erkrankungen helfen. Das Förderprogramm der Heisenberg-Stiftung ermöglicht es dem Forscher, sich auf eine wissenschaftliche Leitungsposition vorzubereiten.
 
WIE DAS GEHIRN INFORMATIONEN VERARBEITET
Das Gehirn gleicht einem Hochleistungsmotor: Es macht zwar nur zwei Prozent des Körpergewichtes aus, verbraucht aber zwanzig Prozent des täglichen Energiebedarfs. Jeden Tag sorgt ein engmaschiges Geflecht aus 100 Milliarden Nervenzellen  dafür, dass das menschliche Gehirn eine Vielzahl an Informationen gleichzeitig, schnell und präzise verarbeiten kann. Die Informationsverarbeitung des Nervensystems basiert auf einer hochfrequenten synaptischen Übertragung zwischen den Nervenzellen. Diese Fähigkeit war bereits für das Überleben der Vorfahren des modernen Menschen von entscheidender Bedeutung. Jede einzelne Nervenzelle des Gehirns kann über hunderte von Synapsen durch spezialisierte Zell-Zell-Kontakte mit anderen Nervenzellen kommunizieren. Obwohl viele der daran beteiligten Proteine bekannt sind, ist deren zeitliches und räumliches Zusammenspiel noch nicht komplett entschlüsselt. Das bedeutet: Trotz intensiver Forschung sind die Mechanismen des schnellen Informationsaustauschs im Gehirn größtenteils immer noch unverstanden.

"Mich fasziniert die Möglichkeit, die erstaunlichen Fähigkeiten unseres Gehirns mit naturwissenschaftlichen Methoden zu untersuchen", sagt Priv.-Doz. Stefan Hallermann. „In meiner Arbeitsgruppe wollen wir die kleinsten Bestandteile der Nervenzellen, der Proteine und die Informationskodierung im Netzwerk untersuchen, um die Kommunikation zwischen den Nervenzellen besser zu verstehen. Wir hoffen, mit unserer Forschung langfristig zu besseren therapeutischen Möglichkeiten in der Neurologie und Psychiatrie beitragen zu können", so Hallermann.

Priv.-Doz. Dr. med. Dipl. phys. Stefan Hallermann wurde am 24. Juli 1975 in Würzburg geboren. In München und Freiburg hat er Physik und Humanmedizin studiert. Nach Abschluss des Medizinstudiums war er von 2006 bis 2007 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Klinische Neurobiologie an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg tätig. Im Jahr 2008 wechselte er an das Carl-Ludwig Institut für Physiologie der Universität Leipzig, wo er im Jahr 2011 habilitiert wurde. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und ist Preisträger des Du Bois-Reymond Preises der Deutschen Physiologischen Gesellschaft.

DFG-HEISENBERG-PROGRAMM
Nachwuchswissenschaftler mit herausragenden wissenschaftlichen Leistungen können sich für das Programm bewerben, wenn sie zudem alle Voraussetzungen für die Berufung auf eine Langzeit-Professur erfüllen. Ziel des Heisenberg-Programms ist es, Fortschritte in der Forschung sowie das Nachwuchspotential für die Wissenschaft zu fördern. Die Förderungshöchstdauer beträgt fünf Jahre.

zur Grafik: Die Grafik zeigt rot fluoreszierende Moosfasern im Kleinhirn einer molekularbiologisch veränderten Maus. Mittels einer Pipette (grün gestrichelt) wurde eine einzelne Moosfaser mit einem grünen Fluoreszenz-Farbstoff angefüllt. Mit dieser Methode kann die synaptische Übertragung in den Nervenzellen erstmals direkt untersucht werden. Grafik: Hallermann

Weitere Informationen zum DFG-Heisenberg-Programm:
http://www.dfg.de/foerderung/programme/einzelfoerderung/heisenberg/index.html


WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G)
Priv.-Doz. Dr. med. Dipl. phys. Stefan Hallermann
Telefon 0551 / 39-13909
s.hallermann@eni-g.de

 



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